Seite auswählen

Als Berliner Berlin entdecken…

Ich finde es ja immer wieder spannend, mit den Gästen meiner Stadt durch die Straßen zu laufen. Ich sehe sie dann immer mit ganz anderen Augen. Finde Bilder die ich sonst nicht sehen würde. Ich gucke eben als Tourist durch die Gegend. Der zweite Tag unseres Bloggertreffens war straff geplant, von Doreen. Gut so, denn wir wollten viel sehen und zeigen. Um 8.00 Uhr trafen wir uns vor dem Hostel.

Der Weg zur East Side Gallery war nicht weit.

(Also, um es mal kurz zu erklären: Wir Berliner sagen oft, “es ist nicht weit!” Wir leben in einer riesigen Stadt. Fahren durch die Stadt manchmal bis zu 2 Stunden und sind dann, eben “nicht weit gefahren”. Berlin misst  891,8 km² und wir sind oft weite Strecken unterwegs, um dort hin zu gelangen, was uns interessiert. Wenn uns einer nach dem Weg fragt, bekommt er die Antwort: “Immer geradeaus, und schon biste da!” Das liegt an dem sternförmigen Aufbau der Stadt. Um die Mitte herum haben sich seit 1237 verschiedene Dörfer um Berlin und Cölln angeschlossen. Und wer es wissen will, der Name Berlins (berlo) bedeutet soviel wie, “Sumpf, Morast, feuchte Stelle oder eine trockene Stelle in einem Feuchtgebiet” und kommt aus der Slawischen Sprache. Das -in ist ein Artikel. Wir könnten unsere Stadt also auch “der Morast” nennen ☺. Unser Wappentier, der Bär stammt außerdem nicht wie vermutet, von einem angeblichen Stadtgründer, Albrecht dem Bären, sondern, ist der Versuch die Stadt zu erklären, sinnbildlich eben.)

Zurück zum Bloggertreffen…

Wir sind an dem längsten zusammenhängenden Mauerstück der Stadt vorbei zur Oberbaumbrücke gelaufen, um von Ost nach West zu wechseln. Sind in Kreuzberg am Schlesischen Tor in die U-Bahn gestiegen. Die verläuft hier als Hochbahn.
Und sind an dem Nollendorfplatz (der Nolle, wie der Berliner sagt), wieder ausgestiegen, um über den Wochenmarkt am Winterfeldplatz zu laufen und zu stöbern. Dort sind viele schöne Stände und es gibt einiges Leckeres zu finden. Wir waren früh genug da, um nicht im vollen Gedränge unterwegs zu sein. Der gemeine Berliner steht auch nicht unbedingt früh auf.
Am anderen Ende gibt es einen Schokoladenladen. Das Winterfeld, mit exquisiten Schokoladen und Kakaos. Wer leicht zu verführen ist, sollte dort nicht hinein gehen!
Nach dem Markt, hat uns Doreen wieder etwas Stadtgeschichte gezeigt. Wir sind zum Tränenpalast gefahren und haben uns erzählen lassen, wie es zwischen DDR und BRD aussah, als es noch die Mauer gab. Marion war schon einen Tag vor uns da und hat auf ihrem Blog einen schönen Bericht dazu geschrieben. Da mache ich es mir mal leicht, denn ich habe irgendwie auch vergessen zu fotografieren.
Nachdem wir uns mit einer bedrückenden Zeit auseinander gesetzt haben, teilten wir uns auf und haben mal etwas Luft zum Atmen bekommen. Wir haben uns aufgeteilt und trafen uns dann am späten Nachmittag am Hostel wieder.
Doreen hat uns Karten für das Gripstheater besorgt. “Linie 1” Ein Kultmusical, das inzwischen schon 30 Jahre aufgeführt wird und deutlich macht, wie verschieden die Berliner Bezirke, besonders noch in den Achtzigern, war und ist. Vorher wollten wir noch ins Bikini Haus, besser in die Monkey Bar. Mit Blick über die Stadt. Aber leider war die schon am Nachmittag so voll, dass wir nicht einmal mit dem Fahrstuhl hochfahren konnten. Sehr schade…
Aber auch im Bikini kann man Plätze finden, wo man auch noch ein Gläschen Wein trinken kann.
Völlig kaputt, mit vielen Eindrücken und den Kopf voller Informationen, bin ich dann gegen 1.30 Uhr in mein Bett gefallen. Und wenn ihr glaubt das war alles… Wir trafen uns nämlich am nächsten Morgen wieder ☺
0