Ich war diese Woche mit der Mutter beim Arzt und konnte eine gewisse Wartezimmerromantik genießen. Wir hatten keinen Termin und mussten warten, wurden dazwischengeschoben. Natürlich fand die Mutter das gar nicht schön. Als Rentner hat man eben keine Zeit. Aber da es ihr nun mal nicht besonders gut ging, haben wir uns der Wartezimmerromantik hingegeben.

Wartezimmerromantik
Da saßen wir nun. Die Zeitungen auf dem kleinen Tisch interessierten uns eher wenig. Die Menschen, die im Wartezimmer saßen, waren da viel interessanter. Als wir hereinkamen, haben wir, wie wir es schon früher gelernt haben, einen guten Tag gewünscht. Ein leises „Guten Morgen“ kam zurück. Als wir uns gesetzt hatten, trat eine Stille ein. Ein Mann kam in die Praxis und pöbelte die MFA am Tresen an, dass er hier eine Unterschrift brauchen würde. Sie baten ihn, im Wartezimmer Platz zu nehmen. Brummelnd setzte er sich, sprang nach wenigen Minuten wieder auf, ging zu der MFA zurück und schimpfte, was denn hier so lange dauern würde. Mit netten, beruhigenden Worten schob man ihn wieder ins Wartezimmer zurück. Dann kam die Angestellte mit seinem Papier zurück und erklärte ihm, dass sie hier nichts unterschreiben könnten, das müsse der andere Arzt machen. Wütend sprang der Mann auf und verließ die Praxis.
Kurz darauf kam ein Paar in die Praxis und in das Wartezimmer. Freundlich grüßten die Beiden und erhielten ein freundliches, lautes Echo. Daraufhin stellten sie fest, dass man das auch nur noch selten habe. Und schon entspann sich ein angeregtes Gespräch zwischen den Wartenden. Ich fand das wirklich mal außergewöhnlich. Ich fand es sehr erfrischend. Die Mutter konnte dem Ganzen nicht ganz folgen, da sie doch inzwischen schlechter hört. Lange mussten wir nicht mehr warten …
Momsie und Popsie
Ich bin gerne Oma. Aber das Wort „Oma“ ist bei mir schon so oft besetzt worden, dass ich das Gefühl habe, dass ich keine Oma bin. Ich habe das Internet gefragt und mir verschiedene Vorschläge angesehen, wie man die Großmutter nennen könnte. Und damit der kleine Geist früh genug damit konfrontiert wird, sollte ich mich bald umbenennen! Die Vorschläge waren allesamt wirklich schön, aber am Ende habe ich mich für Momsie entschieden. Damit hatte dann der Opa auch seinen Spitznamen weg. Der andere Opa trägt zudem denselben Vornamen, so kann dann das Minimonster ihre Großeltern besser auseinanderhalten.
Ich war mit dem Monstermädchen und dem Minimonster frühstücken. Es ist einfach zu drollig, wie die Menschen rundherum auf das kleine Wesen reagieren. Es ist aber auch ein Happybaby. Klar ist es auch mal etwas weinerlich, lässt sich aber auch schnell von ihren Eltern oder ihrer Momsie beruhigen. Ich liebe es, das kleine Ding auf mir liegen zu haben, mit dem Monsterchen zu kuscheln.

Unterwegs
In der letzten Woche hatten wir noch einen wunderschönen Tag. Der Kerl kam auf die Idee, dass wir doch auf einem Schiffchen über den See fahren könnten. Gesagt, getan. Die Karten gebucht, Parkplatz gefunden und Sonne und Wind auf dem Tegler See genossen. Bei der Einfahrt in den Hafen ging die Sonne gerade unter und wir haben noch einen schönen Abend am Wasser erlebt.
In der Mitte der Woche hatte ich wieder das Vergnügen, mit einigen Strickerinnen an einem Tisch zu sitzen und einige schöne und unterhaltsame Stunden zu verbringen. Leider ist uns unser altes Domicil verkauft worden und seit einiger Zeit sind wir auf der Suche nach einem passenden Ersatz. Vielleicht sind wir nun endlich fündig geworden.
Wie war denn deine Woche? Hattest du eine gute Zeit? Und Wartezimmerromantik? Kennst du das? Klar weiß ich, dass keiner gerne im Wartezimmer verharren mag. Ach je, dann ist ja heute auch noch der 12. September … Mal sehen, ob ich 12 Bilder von meinem Tag zusammenbekomme.
Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden
(Christian Morgenstern)
Liebe Andrea,
wie süß ja genieße diese Zeit wo sie so klein sind das geht ja auch wirklich schnell gerade im 1. Lebensjahr. Hihihi ich mache auch immer meine Wartezimmerstudien :-))). Heute bin ich aber leider nicht bis dorthin vorgedrungen. Muss noch mal kommen der Termin den die KI gemacht hat hat nicht funktioniert. Die Ärztin ist im Urlaub 🙁
Liebe Grüße
Kerstin und Helga
Das Foto vom See ist so schön, liebe Andrea! Eine herrliche Stimmung.
Momsie und Popsie, das ist so witzig wie Monsterkinder. Und das passt zu euch :-).
Ich bin einfach nur Oma und bin auch damit zufrieden. Mein erster Enkel nannte mit seinen zwei Jahren seine Ur-Großmutter Momi. Leider starb sie viel zu früh. Er hatte es nicht verstanden, dass sei plötzlich nicht mehr da war und fragt nach ihr. Wir antworteten, sie wäre im Himmel. „Hinfliegen“ hatte er mit fragenden Augen gesagt. Er wohnte damals mit seinen Eltern in Frankreich und war mit dem Flugzeug öfters unterwegs.
Hab eine schöne Woche!
Liebe Grüße
Ingrid
in vielen wartezimmern, die ich aufsuchen muss, sind fast alle mit dem smartphone beschäftigt oder bekannte reden über ihre krankheiten. schön, wenn man ins gespräch kommt, aber bitte nicht über magen-darm-probleme ;))!
schön, dass ihr übern see gefahren seid und besonders schön, dass du mit dem enkelkind kuscheln konntest.
liebe sonntagsgrüße von mano
Hey,
romantisch finde ich es in Wartezimmern nicht. War am Donnerstag in einer Zahnchirurgenpraxis (warten bis Sohn operiert wurde) und am Freitag beim Hausarzt (ich selbst, sehr spontan wegen Autsch). Nix was man braucht. Echt nicht.
Alles Gute für Deine Mum und für Dich und Deine Familie
Liebe Grüße
illy
Ich glaube, die Kinder suchen sich die Namen selber aus, hängt auch ein wenig daran wie sie es aussprechen können. Aber es freut mich so sehr, wie Du die Enkelzeit genießen kannst.
Meist ist die Wartezimmerzeit und das Personal mit seiner Orga und einem guten Nervensystem wirklich ok. selten wird aber mehr als gegrüßt. Es ist mir einmal passiert, dass man mich leider im Wartezimmer vergessen hat, war leider auch noch, als ich mit ziemlichen Schmerzen da war und mich irgendwann auf den Boden sogar setzen musste, aber an dem Tag war es auch sehr, sehr voll (noch Covid) Die einzige Praxis, die ich hier kenne, die am Tresen schon unhöflicher daher kommt, ist eine Facharzt Praxis, die auch keinen guten Ruf hat und die alle, die ich kenne, mittlerweile meiden. Aber genau wie es manchmal furchtbare Patienten gibt, gibt es das auch auf der anderen Seite.
Ich hoffe, Deiner Mutter geht es wieder besser!
Liebe Grüße und bis zum 12v12?
nina
Ich hab schon paarmal im Wartezimmer beim Arzt gedacht: „Denken die nicht nach, dass man sie hört?“ wenn Leute bei der Anmeldung herumsäuern, nörgeln und sich beschweren … manchmal über geringe unwichtige Dinge oder Fehler, die bei jemand ganz anderem liegen.
Und oft sind diejenigen, die im Unrecht sind, die lautesten! Neulich hat jemand lamentiert, dass letzte Woche der Rettungswagen ihn eben nicht hier her gebracht hat. Irgendwann kam dann der Satz „Bitte verlassen Sie die Praxis, sonst rufen wir die Polizei“.
Ich würde mich zu Tode schämen, wenn ich so eine Antwort bekäme und genau wüsste, das ganze Wartezimmer hat zugehört!
Ist schon nett, wenn wartende Menschen miteinander ins Gespräch kommen können. Ich habe das gerade vorhin beim Anstehen an ganz anderer Stelle auch erleben dürfen. Liebe Grüsse zu dir. Regula
Hallo Andrea,
ja die Woche war ich gleich bei zwei Ärzten…die eine stürzte gleich auf mich zu wegen Handarbeiten…sehr nette Frau…bei der anderen war ich allein im Warteraum und konnte stricken…und Mitte der Woche war ich im „Haus am Waldsee“ zum Stricken…
Es freut mich sehr, dass Du jetzt Momsie bist.
Gruß Carmen
Unser Stricktreff im KAFFEE! war am Do auch sehr nett..
Guten Morgen Andrea,
oh ja, Wartezimmerromantik kann ich im Augenblick mehr als genug „genießen“. Da ich zur Zeit meinen Mann oft zum Arzt fahren muss und so auch einige Zeit in Wartezimmern verbringen muss. Da bekommt man so einiges mit, Schönes und Unangenehmes. Da könnte man Romane schreiben.
Ich wünsche dir ein schönes Wochenende.
Liebe Grüße vom Niederrhein
Tina
Das Praxisteam meines Hausarztes ist kompetent, freundlich und hilfsbereit. Im Wartezimmer entwickeln sich eher selten Gespräche, weil Menschen mit ihrem Smartphone beschäftigt sind.
Liebe Grüße und Segen.
Ich bin sehr froh mit meinem Titel „Oma“, ich kenn es auch nicht anders. Bei uns gibt es noch die Steigerung“Omaoma“ für die Urgroßmutter oder dem Begriff wird noch der Vorname angefügt. Wichtiger ist ja auch das Miteinander. Das hatte ich jetzt eine Woche ganz allein mit dem einstigen „kleinen M.“ Das hat gut getan.
Dir wünsche ich viel Baby-Kuschelzeit. Die riechen so gut, grade wieder bei der Großnichte erfahren.
Bon week-end!
Astrid
Tja, in puncto Wartezimmer lässt sich mithalten… Eines vorneweg: es gibt solche und solche Praxen. Leider begegnen wir oft Unfreundlichkeit bzw. auch eine abweisende Art. Ich finde es unmöglich, wenn Arzthelferinnen laut über Patienten herziehen! …diese Woche erlebt.
Im Gegensatz dazu – ebenfalls in dieser Woche – eine hilfsbereite äußerst liebenswürdige Radiologie. Was ich explizit dem Radiologen sagte und lobte, was sehr dankbar aufgenommen wurde.
Schönes Wochenende und ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr bald eine adäquate Alternative zum Stricktreff findet.
Grüße von Heidrun
Auf und am See bringt Feriengefühle, auch ohne Ferien. Momsie and Popsie gefällt mir. Wir sind Ömi und Öpi.
Liebe Grüsse von mir