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Wartezimmerromantik {Samstagsplausch 37/26}

12.09.2026 | Samstagsplausch

Ich war diese Woche mit der Mutter beim Arzt und konnte eine gewisse Wartezimmerromantik genießen. Wir hatten keinen Termin und mussten warten, wurden dazwischengeschoben. Natürlich fand die Mutter das gar nicht schön. Als Rentner hat man eben keine Zeit. Aber da es ihr nun mal nicht besonders gut ging, haben wir uns der Wartezimmerromantik hingegeben. 

Wartezimmerromantik

Da saßen wir nun. Die Zeitungen auf dem kleinen Tisch interessierten uns eher wenig. Die Menschen, die im Wartezimmer saßen, waren da viel interessanter. Als wir hereinkamen, haben wir, wie wir es schon früher gelernt haben, einen guten Tag gewünscht. Ein leises „Guten Morgen“ kam zurück. Als wir uns gesetzt hatten, trat eine Stille ein. Ein Mann kam in die Praxis und pöbelte die MFA am Tresen an, dass er hier eine Unterschrift brauchen würde. Sie baten ihn, im Wartezimmer Platz zu nehmen. Brummelnd setzte er sich, sprang nach wenigen Minuten wieder auf, ging zu der MFA zurück und schimpfte, was denn hier so lange dauern würde. Mit netten, beruhigenden Worten schob man ihn wieder ins Wartezimmer zurück. Dann kam die Angestellte mit seinem Papier zurück und erklärte ihm, dass sie hier nichts unterschreiben könnten, das müsse der andere Arzt machen. Wütend sprang der Mann auf und verließ die Praxis.

Kurz darauf kam ein Paar in die Praxis und in das Wartezimmer. Freundlich grüßten die Beiden und erhielten ein freundliches, lautes Echo. Daraufhin stellten sie fest, dass man das auch nur noch selten habe. Und schon entspann sich ein angeregtes Gespräch zwischen den Wartenden. Ich fand das wirklich mal außergewöhnlich. Ich fand es sehr erfrischend. Die Mutter konnte dem Ganzen nicht ganz folgen, da sie doch inzwischen schlechter hört. Lange mussten wir nicht mehr warten … 

Momsie und Popsie

Ich bin gerne Oma. Aber das Wort „Oma“ ist bei mir schon so oft besetzt worden, dass ich das Gefühl habe, dass ich keine Oma bin. Ich habe das Internet gefragt und mir verschiedene Vorschläge angesehen, wie man die Großmutter nennen könnte. Und damit der kleine Geist früh genug damit konfrontiert wird, sollte ich mich bald umbenennen! Die Vorschläge waren allesamt wirklich schön, aber am Ende habe ich mich für Momsie entschieden. Damit hatte dann der Opa auch seinen Spitznamen weg. Der andere Opa trägt zudem denselben Vornamen, so kann dann das Minimonster ihre Großeltern besser auseinanderhalten. 

Ich war mit dem Monstermädchen und dem Minimonster frühstücken. Es ist einfach zu drollig, wie die Menschen rundherum auf das kleine Wesen reagieren. Es ist aber auch ein Happybaby. Klar ist es auch mal etwas weinerlich, lässt sich aber auch schnell von ihren Eltern oder ihrer Momsie beruhigen. Ich liebe es, das kleine Ding auf mir liegen zu haben, mit dem Monsterchen zu kuscheln. 

Unterwegs

In der letzten Woche hatten wir noch einen wunderschönen Tag. Der Kerl kam auf die Idee, dass wir doch auf einem Schiffchen über den See fahren könnten. Gesagt, getan. Die Karten gebucht, Parkplatz gefunden und Sonne und Wind auf dem Tegler See genossen. Bei der Einfahrt in den Hafen ging die Sonne gerade unter und wir haben noch einen schönen Abend am Wasser erlebt. 
In der Mitte der Woche hatte ich wieder das Vergnügen, mit einigen Strickerinnen an einem Tisch zu sitzen und einige schöne und unterhaltsame Stunden zu verbringen. Leider ist uns unser altes Domicil verkauft worden und seit einiger Zeit sind wir auf der Suche nach einem passenden Ersatz. Vielleicht sind wir nun endlich fündig geworden.

Wie war denn deine Woche? Hattest du eine gute Zeit? Und Wartezimmerromantik? Kennst du das? Klar weiß ich, dass keiner gerne im Wartezimmer verharren mag. Ach je, dann ist ja heute auch noch der 12. September … Mal sehen, ob ich 12 Bilder von meinem Tag zusammenbekomme.


Schön ist eigentlich alles, was man mit Liebe betrachtet. Je mehr jemand die Welt liebt, desto schöner wird er sie finden

(Christian Morgenstern)

 

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4 Kommentare

  1. Monika-Maria

    Das Praxisteam meines Hausarztes ist kompetent, freundlich und hilfsbereit. Im Wartezimmer entwickeln sich eher selten Gespräche, weil Menschen mit ihrem Smartphone beschäftigt sind.

    Liebe Grüße und Segen.

    Antworten
  2. Astrid Kahmen

    Ich bin sehr froh mit meinem Titel „Oma“, ich kenn es auch nicht anders. Bei uns gibt es noch die Steigerung“Omaoma“ für die Urgroßmutter oder dem Begriff wird noch der Vorname angefügt. Wichtiger ist ja auch das Miteinander. Das hatte ich jetzt eine Woche ganz allein mit dem einstigen „kleinen M.“ Das hat gut getan.
    Dir wünsche ich viel Baby-Kuschelzeit. Die riechen so gut, grade wieder bei der Großnichte erfahren.
    Bon week-end!
    Astrid

    Antworten
  3. Heidrun 🐈

    Tja, in puncto Wartezimmer lässt sich mithalten… Eines vorneweg: es gibt solche und solche Praxen. Leider begegnen wir oft Unfreundlichkeit bzw. auch eine abweisende Art. Ich finde es unmöglich, wenn Arzthelferinnen laut über Patienten herziehen! …diese Woche erlebt.

    Im Gegensatz dazu – ebenfalls in dieser Woche – eine hilfsbereite äußerst liebenswürdige Radiologie. Was ich explizit dem Radiologen sagte und lobte, was sehr dankbar aufgenommen wurde.

    Schönes Wochenende und ich drücke euch ganz fest die Daumen, dass ihr bald eine adäquate Alternative zum Stricktreff findet.
    Grüße von Heidrun

    Antworten
  4. Regula

    Auf und am See bringt Feriengefühle, auch ohne Ferien. Momsie and Popsie gefällt mir. Wir sind Ömi und Öpi.

    Liebe Grüsse von mir

    Antworten

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