Gestern Abend habe ich eine Nachricht von einer Freundin bekommen, da ging es um den Rang der verschiedenen Geschwister. Ränge und eine Ordnung, die den Kindern von Anfang an auferlegt werden und die sie vermutlich niemals in ihrem Leben ablegen werden. Sie sind in dieser Rangordnung gefangen, mal mehr mal weniger. Manchmal belastet es das Familienleben so sehr, dass jedes Familientreffen zu einem K(r)ampf wird.

Geschwister
Ich weiß nicht, ob ich das schon einmal geschrieben habe, aber ich habe eine Schwester. Sie ist die Draufgängerin, sie ist die, die immer alles bekommen hat, was ich gerne gehabt hätte. Mein Geschwister ist in meinen Augen immer diejenige gewesen die bevorzugt wurde. Egal was ich mir erkämpft hatte, sie hat es einfach so bekommen. So zumindest hat es sich immer für mich angefühlt. Sie war der Draufgänger, ich die Vermittlerin. Dabei denke ich heute darüber ganz anders. Ich habe die Verantwortung tragen müssen und doch sind wir beide bestraft worden, wenn es schiefgegangen ist. Unsere Mutter war einmal sehr gerecht. Ist sie heute nicht mehr, sie verdreht manches, meine ich. Und sie hat zu lange mit einem Partner gelebt, der eine andere Auffassung hatte. Das prägt auch.
Heute ist es so, dass wir Geschwister sehr gut miteinander auskommen. Fast ist es so, dass nach unserer letzten Aussprache, kaum noch ein Keil zwischen uns kommt. Wir bereden sehr viel miteinander und tauschen und aus, was der eine Elternteil wieder erzählt und der andere für einen Blödsinn gemacht hat. Das hilft uns miteinander gut auszukommen.
KinderKinder
Und weil mich dieses Thema wirklich beschäftigt, habe ich auch über das Leben mit unseren eigenen Kindern nachgedacht. Habe ich das eine Monster dem anderen vorgezogen? War eines das schwarze Schaf? Der Vermittler, der Unsichtbare oder das Lieblingskind? Habe ich den Beiden Rollen zugedacht die sie bis heute nicht loslassen? Da wird wohl nur eines helfen, wenn ich mich mit ihnen an einen Tisch setze, oder auf die Wiese und mit ihnen darüber rede.
Familienzusammensetzungen können immer ein echter Krimi sein. Ich denke nicht das in unserer kleinen Familie ein Krimi stattgefunden hat.

Unterwegs
Klar war ich diese Woche unterwegs. Ich habe meine Kolleginnen zum Stricktreffen getroffen, wo nur ich gestrickt habe. Wird und soll sich noch ändern. So sagte man mir. Und vielleicht sind wir dann nicht nur zu dritt! Aber gut gegessen haben wir trotzdem noch. Wir haben auch draußen gesessen. Dabei war es an diesem Tag ganz schön frisch, aber sonnig. Vorher habe ich mich mit dem Monstermädchen getroffen und wir haben uns das Lampionfest in dem koreanischen Kulturzentrum am Leipziger Platz getroffen. Ein kleines Video habe ich bei Instagram gepostet. Dann habe ich noch so einige Bücher beendet und rezensiert und ein paar Stricksachen fertig gemacht. Das Bloggen fällt mir gerade nicht so leicht, aber ich bin auf einem guten Weg. Immerhin habe ich endlich einen kleinen Schal gezeigt, den ich bestimmt noch einmal stricken werde. Mal sehen was noch kommt.
Wie war denn deine Woche? Hattet ihr gestern auch schon so ein tolles Sommerwetter? Nachts ist es ja noch ziemlich kalt. Und wie war das bei dir und deinen Geschwistern? Warst du das Lieblingskind? Oder das schwarze Schaf? Vermittler finde ich persönlich ja eine gute Rolle, kann aber auch ganz schön an den Nerven zerren. Ich setze mich jetzt mit meiner Tasse Kaffee auf die Terrasse und genieße den schönen Tag. Hab ein schönes Wochenende …
Das Wort Familienbande hat einen Beigeschmack von Wahrheit.
Liebe Andrea, das Geschwister-Thema beschäftigt mich auch immer wieder. Ich bin die Jüngste von 4 Geschwistern – die beiden Ältesten (Bruder & Schwester) sind soviel älter, dass sie schon zu Ausbildungen aus dem Haus waren, als mir bewusst wurde, was Geschwister sind. Mit meinem 6 Jahre älteren Bruder habe ich bis zu meinem 14. Lebensjahr gemeinsam zu Hause gelebt – wir haben uns allerdings nie wirklich verstanden. Der Höhepunkt war, dass er meine Lieblingspuppe und -teddybär verbrannt hat, als ich 6 war. Ich selbst war gar nicht mehr geplant und die Schwangerschaft mit mir hat meine Mutter sehr belastet. Nach meiner Geburt kam ich zu einer Pflegemutter, weil meine Mutter sich sofort einer OP unterziehen musste und mein Vater (Jahrgang 1917) sich außer Stande sah, einen Säugling zu betreuen. Nach 6 Monaten war es mein Vater, der veranlasst hat, dass ich in die Familie zurückkehre. Dazu muss man wissen, dass bei meiner Mutter im Teenager-Alter (Mitte der 1930er Jahre) ein inoperabler Hirntumor festgestellt und keine lange Überlebenszeit prognostiziert wurde. Entsprechend vorsichtig ist man in ihrer Familie mit ihr umgegangen und dann… kam mein Vater und 4 Kinder, denen sie sich nicht wirklich gewachsen fühlte. Das mit der Pflegemutter und das nach meiner Rückkehr meine 12-jährige Schwester dann in jeder freien Minute meine Betreuung übernehmen musste, habe ich erst mit 40 Jahren erfahren. Und da klärte sich auch mein diffuses Gefühl auf, was die Bindung zu meiner Mutter anbetrifft? Zu dieser Zeit wurde der Draht zu meiner Schwester nach langer Pause – sie hatte mir eine gemeinsame Lebensentscheidung mit meinem Mann lange übel genommen – wieder enger. Seither haben wir uns viel ausgetauscht über unsere Erfahrungen mit unserer Mutter und unsere Gefühle zu ihr. Wir haben gemeinsam beschlossen, ihr die verbleibenden Jahre so schön wie möglich zu machen, ungeachtet aller Erfahrungen mit ihr. Sie ist wenige Woche vor ihrem 98. Geburtstag verstorben, mein Vater 5 Jahre vor ihr mit gesegneten 100 Jahren. Den Nachlass haben wir Schwestern auch allein organisiert – die Brüder haben still abgewartet, bis wir ihnen ihren Anteil am Erbe auszahlen konnten. Mit ihnen habe ich vielleicht 1x im Jahr Kontakt, wenn wir uns an den Gräbern der Eltern treffen und danach gemeinsam ins Cafe gehen. Mit meiner Schwester habe ich sehr engen Kontakt und bin dankbar dafür – jetzt spielt der Altersunterschied auch keine Rolle (mehr). Sei lieb gegrüßt von Lene
Ja, schwierig. Ich bin die älteste, mir wird von meinen Geschwistern – vor allem meiner Schwester Bevormunden und Bestimmen unterstellt- schlimm wurde es, als mein Vater im Alter erkrankte… er spielte gegeneinander aus. Ich habe eine Rolle, die ich – meiner Meinung nach- nicht wollte (ja, liegt mir – sehe vieles vorher, denke schneller) und es ist schwierig… Meine Kinder – ich hoffe, es ist nicht so. Mit unserem Sohn war das Verhältnis schwieriger- wir gleichen uns mehr… Spannendes Thema!
Ich bin die jüngste von 3 Geschwistern und bin eher als Einzelkind aufgewachsen.
Ich dachte bis vor ein paar Jahren auch immer ich bin des Elterns Lieblingskind oder zumindest das meines Vaters,
aber angeblich war es die mittlere Tochter und die starb vor fast 5 Jahren an Bauchspeicheldrüsenkrebs.
Seitdem ist alles anders.
Ich bekam mit, ich war nie Lieblingskind.
Ich hab mit meinen Eltern seitdem nur noch den nötigsten Kontakt und ich fahre damit ganz gut.
Meiner 12 Jahre älteren Schwester gehts ähnlich was die Eltern angeht und ich kann es ihr nicht übelnehmen.
Wir Schwestern haben auch eher nur am Geburtstag Kontakt miteinander.
Meine Schwester legt darauf auch keinen wert und ich auch nicht.
Ich muss dazu sagen ich bin 12 und 11 Jahre jünger als die 2 Schwestern.
Das ist ein immenser Unterschied.
Zudem ist meine Schwester sehr merkwürdig und ich möchte mit Ihr so wenig wie möglich zutun haben, denn Sie verdreht Tatsachen und ich kann damit so gar nicht umgehen,
denn mir persönlich fällt es sehr schwer zu unterscheiden oder festzustellen was nun wahr und was gelogen ist.
Ich muss heute bei meiner Mutter anrufen um nachzufragen was stimmt und was nicht.
Unsere Mutter ist 85 und auch Sie hat damit so manches Problem.
Oh je. Das hört sich nicht schön an. Alleine kannst du den Mist nicht auflösen.
Ganz ehrlich,
muss ich auch nicht.
Wichtig ist,
dass wir nicht auch vor unseren Eltern sterben und dass Sie irgendwann ein schönes Ende haben werden in ihrem hohen Alter.
Ich denke nichts anderes ist wichtig.
Mein Schwager meinte zu unserer Mutter, er hat Angst davor, was passiert,
wenn die mal nicht mehr sind, weil seine Frau so merkwürdig ist.
Der muss mit Ihr Leben,
ich nicht,
ich muss mich nur mit Ihr einigen was Erben angeht.😉
Erst mal finde ich es toll, dass du das mit deiner Schwester klären konntest, was für ein Gewinn. Ich bin eine große Schwester und musste immer alles erkämpfen, was mein kleiner Bruder dann einfach auch durfte. Das fand ich immer super ungerecht. Auch dass ihm immer geholfen wurde. Erst viel später habe ich verstanden, dass mein Vater mir wohl immer zugetraut hat alles schon zu schaffen. Richtig geärgert hat mich aber immer, dass meine Großeltern und meine Oma immer meinen Bruder total bevorzugt haben, weil er eben ein Junge und sehr anpassungsfähig war. Ich hatte dagegen schon immer einen eigenen Kopf. Aber da kann er ja nichts für. Mein Bruder und ich verstehen uns aber normal, aber wir leben weder am gleichen Ort, noch haben wir ein besonderes Verhältnis.
Liebe Grüße Ingrid
Geschwister – ein heikles Thema für mich. Mein Bruder ist zehn Jahre älter und ich wurde ihm gegenüber immer vorgezogen. Heute weiß man er hatte Legasthenie, doch in seiner Kindheit ( Jahrgang 1956) war er einfach der dumme und faule Schüler. Und überhaupt habe ich nie etwas nettes über ihn gehört. Ich habe um seine Liebe gekämpft, doch er durfte sich immer anhören, wie toll die kleine Schwester ist. Dann war ich auch noch in den ersten vier Lebensjahren krank, kein guter Start für uns. Heute grüßen wir uns auf der Straße, doch ich kann keine Bindung mehr zu ihm aufbauen. Zuviele Verletzungen.
Ich wollte das bei meinen Kinder verhindern und immer wenn ich Ansätze aus meiner Kindheit sah, habe ich das mit ihnen kommuniziert. Die älteren drei sind trotzdem aus Sicht der Jüngsten (Altersunterschied 20, 18 und 12 Jahre) eine Einheit. Doch alle gucken untereinander aufeinander und das ist mehr, als ich zu hoffen gewagt habe.
Liebe Grüße
Ich bin die „Große“ mit einem „kleinen“ Bruder, ich hier lebend, er jenseits des kleinen Teichs. Wir standen uns trotz aller Verschiedenheit einmal recht nahe, ich, die Vernünftige, er immer im Mittelpunkt. „Pass‘ auf deinen Bruder auf!“ begleitete mich das ganze Leben und es waren auch mit die letzten Worte meiner Mutter. Die Distanz wächst seit dem Tod des zweiten Lieblingsmenschen und ich bin gespannt, wie sich unser Verhältnis weiter entwickeln wird.
Schönes Wochenende und liebe Grüße
Karin
Bewußtsein ist der Anfang 🙂
Genieß die Sonne auf Deinem Balkon
Carina.
Die Geschwisterkonstellation hat mich immer beschäftigt, trage ich doch das Los der Ältesten ( was ich als Kind belastend fand ). Aber ich bin froh, das wir einander haben und unterstützen und uns aufeinander verlassen können. Unsere Ma war immer sehr gerecht, sah aber auch in jedem ihrer Kinder ( wie Enkelkinder ) das Besondere. Das fand ich schön und habe ich mir zum Vorbild genommen.
Hab einen schönen Sonntag!
Astrid
Guten Morgen Andrea,
ja… dass mit den Geschwistern ist so eine Sache. Als Älteste von 3 Kindern musste ich immer die Verantwortung tragen und tue dies auch heute noch. Manchmal sehr belastend. Aber ich verstehe mich mit meinen Geschwistern gut und wenn Not am Mann ist, kann ich mich immer auf Bruder und Schwester verlassen.
Hab ein schönes sonniges Wochenende.
Tina
Liebe Andrea, ich kann es dir nachfühlen, denn auch ich hatte immer das Gefühl, dass mein Bruder von meiner Mama bevorzugt wurde.
Ich war da wohl eher „Papas Mädchen)
Die Geschwisterkonstellation wurde bei uns auch noch durch den großen Altersunterschied von 9 Jahren beeinflusst, denn wir hatten wenig gemeinsame Anknüpfungspunkte.
Davon mal ganz abzusehen sind wir auch sehr verschieden. Mein Bruder sportlich und immer im Vereinssport unterwegs, ich relativ unsportlich und nie in einem Sportverein gewesen.
Auch vom Charakter sind wir total verschieden und so haben wir nie ein enges Geschwisterverhältnis aufgebaut.
Wir sehen uns relativ selten, haben keinen Streit, aber auch nicht viel miteinander zu tun. Ich muss es leider so sagen, meine Freunde sind mir näher, als mein Bruder. Aber das ist ok.
Interessant mal wieder, angestoßen durch deine Frage darüber nachzudenken.
Hab eine gute Zeit im Mai 7nd liebe Grüße,
Monika (aka Lilamalerie)
Hallo Andrea
Beim Thema Geschwister kann ich nicht mitreden. Ich bin Einzelkind, obwohl mein Papa gerne vier Kinder gehabt hätte. Aber das hat wohl nicht sollen sein.
Und für meine eigenen Kinder? Ja, da müsste man wohl mal drüber quatschen, wie die das empfunden haben.
Ansonsten: Ja, hier ist es sonnig, bis zum Abwinken, meist schon über 20 Grad tagsüber und wunderschöner Hochfrühling mit Sommeranklängen.
Gestern war deshalb auch Grillzeit mit den Pfadfindern.
Ganz liebe Grüße aus dem Südwesten Deutschlands
Martina
Tja, diesbezüglich kann ich Dich bestätigen. Du hast zum Glück einen Konsens mit Deiner Schwester geschafft. Allerdings gehören zwei dazu!
Muntere Grüße zum Wochenende von Heidrun
Ja natürlich gehören alle Parteien in dieses Boot! Alleine kommt man nicht dagegen an. So wie sie uns in unsere Ränge verwiesen haben, müssen wir uns uns wieder zusammenbauen. Schwer! Ich weiß