Welche Größe habe ich? Also welche Größe will ich anziehen oder stricken? Mir geht es oft so, das ich mir eine Anleitung anschaue und denke, wow, die möchte ich haben. Aber die Designer haben dieses Model für ein Mannequin gestrickt! Ein Mensch mit den Maßen, die ich niemals in meinem Leben erreichen würde, außer dass ich in den absoluten Hungerstreik gehen würde! Ein Zustand, der so gar nicht mir entspricht, dazu esse ich einfach viel zu gerne!

Welche Größe will ich tragen?
Ich sitze also vor meiner Anleitung, lese die Maße und denke mir, da passe ich nicht hinein. Wenn ich das Teil mit meinen Maßen stricken werde, dann sieht das nicht so cool aus, wie bei dem Menschen dort in der Beschreibung. Ich muss meinen Bauch, der zwei Kindern ein Zuhause war und ein bisschen verdeckt ist, bestimmt nicht mit Bauchfrei hervorheben. Das ist schon mal geklärt. Dann habe ich Schultern die breiter sind, mein Vater würde jetzt sagen, dass ich ohnehin ein Junge werden sollte. Meine Arme sind auch länger, als die der meisten Frauen. Tja und schon hat die Anleitung mich verloren. So sähe ich niemals aus. Aber dann fällt mir ein, dass ich bei Ravelry mal gucken kann, wie das bei den anderen Strickerinnen aussieht. Da gibt es nämlich Menschen mit normalen Körperformen. Da kann ich gucken, ob es sich für mich lohnt das Ding zu stricken.
Wie ich darauf komme!
Der Kerl stand diese Woche vor mir und hat eine Jacke an, die ich schon immer irgendwie nicht so prickelnd fand. Kennst du das? Du schaust jemanden jeden Tag an und plötzlich siehst du etwas ganz Neues, Anderes, Verändertes? Er hat diese Jacke wirklich schon lange. Aber an diesem Morgen steht er vor mir und ich denke, die ist irgendwie nicht passend. „Welche Größe ist denn das?“, frage ich ihn und schaue auf das Schildchen im Kragen. XXXL. Nicht dein Ernst! Wer hat denn diese Jacke gekauft? Er hat maximal L, eine 52/54. Die Jacke hängt an ihm wie ein Schluck, nein drei Schlucke Wasser. Die Ärmel zu lang, der Körper zu weit. Nein, so kannst du nicht herumlaufen. Die musst du weggeben! Auf jeden Fall haben wir ordentlich gelacht. Er braucht eine neue Jacke!

Keine Zeit
meine Zeit ist gerade etwas beschränkt. Ich komme kaum dazu ins Internet zu schauen, Lieblingsblogs zu lesen oder meine Bücher. Auch das Stricken kommt mega kurz. Dabei habe ich so viele Ideen, die ich umsetzen möchte. Stattdessen bin ich viel auf der Station. Unserer Station fehlt im Grunde die Hälfte des Personals. Ein Teil hat inzwischen gekündigt, bei einer Person denke ich das sie es auch noch machen wird. Ein Teil ist schwanger oder ist gerade Mutti geworden. Ein anderer Teil ist krank und kann nicht arbeiten. Und so langsam haben die, die noch da sind die Nase voll und sehen alles davon schwimmen. Wir werden von anderen Stationen unterstützt, aber das tut dem Team auch nicht gut. Wir können halt nur hoffen, dass es demnächst wieder besser wird. Ich fürchte dann nur, dass die Übriggebliebenen dann umkippen. Für mich heißt das eben auch viel Arbeiten und nach der Arbeit einfach nur abschalten und nichts tun.
Aber ich will auch nicht jammern! Es gibt auch vieles, was sich gerade wieder richtet und wieder in ruhige Fahrwasser geschoben wurde. Ich bleibe einfach optimistisch und mache weiter Dummheiten, das hält meine Seele zumindest auf Kurs. Gestern habe ich die Sonne genossen, mein Fahrrad geputzt, mein Monstermädchen gesehen, … Und was ist wohl heute und morgen los? Na, willste raten? Ich bin arbeiten!
Zu welchem Team gehörst du? Ist mir doch egal, ob zu groß und ich ziehe an, was mir passt? Oder doch eher, modisch korrekt? Gibt es was dazwischen?
„Wer sich zu groß fühlt, um kleine Aufgaben zu erfüllen, ist zu klein, um mit großen Aufgaben betraut zu werden“
Ich wünsche dir trotzdem ein schönes Wochenende und das du die wenige freie Zeit entspannt genießen kannst.
Liebe Grüße
Gaby
Ich hoffe, du hältst durch! Ohne Schaden an Leib und Seele…
Alles Gute!
Astrid
Das ist aber auch heftig bei euch auf Arbeit. Ich finde es ganz toll, dass du immernoch durchhältst. Für dieses Wochenende wünsche ich dir wieder viel Kraft und Dienste ohne Zwischenfälle, damit du zum Feierabend noch ein wenig entspannen kannst und Dinge tun, die dir gut tun, lesen zum Beispiel oder doch mal ne Runde stricken.
Liebe Grüße
von Mira
Die Arbeitsbedingungen waren früher bereits schlimm. Ich erinnere mich, dass ich – vor meiner Selbständigkeit – für drei Kolleginnen Vertretung machen musste…
Alles Gute für Dich! Und ich wünsche Dir ein erholsames Wochenende mit frühlingsfrohen Grüßen, Heidrun