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Erfolglose Suche {Samstagsplausch 15/26}

11.04.2026 | Samstagsplausch

Diese Woche kam ein Auszubildender auf unsere Station. Er wurde auf eine vermutlich erfolglose Suche geschickt. Er hatte den Auftrag eine „Extrasystole“ zu suchen. Auf seiner Station wurde er schon in den Lagerraum geschickt. Wonach er denn suchen soll, fragte er seine Pflegekraft. Die sagte ihm, es würde da schon auf einem Karton stehen, die würde er schon finden. Nach einer erfolglosen Suche traf er auf eine andere Pflegekraft, fragte diese nach der Extrasystole und wurde auf unsere Station verwiesen. Da ist er auf mich getroffen und fragte höflich, ob wir eine hätten. Ich und meine Kollegin mussten uns echt das Lachen verkneifen, schon lange ist kein Lehrling mehr auf solche Suchen geschickt worden.

Erfolglose Suche

„Ach, die haben wir manchmal!“ habe ich zu dem Auszubildenden gesagt und musste mich wirklich zusammenreißen. Vielleicht finden wir zusammen eine, meinte ich dann noch. Meine Kollegin grinste. Er drehte sich um und erwartete, dass wir nun zusammen gucken gehen würden. Da konnte ich nicht mehr und sagte zu ihm, ob er sich mal genau überlegt hätte, was er da suchen soll. Er kniff die Augen zusammen und ich glaubte schon, die Räder in seinem jugendlichen Hirn ineinander greifen zu hören. „Die haben mich verarscht! Oder?“ „Na, wenn du jetzt weißt, was eine Extrasystole ist! …“,

Ich habe erst vor kurzem ein Reel bei Instagram gesehen, in dem die jungen Pflegekräfte gehörig veräppelt wurden. Sie wurden auf die Suche nach Dingen geschickt, die, wenn man sein Gehirn anstrengen würde, sofort auffallen. So zum Beispiel einen „Venenspreizer“ Weil der Doktor solche Schwierigkeiten hat, bei dem Patienten XY einen Zugang zu legen. Und noch viele andere Dinge. Auch ich bin damals auf irgendwelche Späßchen hereingefallen, sehr zur Belustigung der Schwestern. Niemals wieder ist mir das passiert. Und natürlich macht man solche Späße nicht mit Leuten, die keinen Spaß verstehen und schon gar nicht, wenn es ein stressiger Tag für den Auszubildenden und die Pflege ist. Während ich das Reel wirklich köstlich fand, schrieben viele Leser böse Kommentare darunter. Das sei Mobbing, unfair, gemein und unzumutbar! Und was weiß ich noch. Aber auch viele Menschen aus der Pflege schrieben darunter, klatschten Beifall und schrieben, wie sie selber veräppelt wurden. Leider finde ich das Reel nicht mehr. Wie siehst du das?

Frühling, wo bist du?

In unserer Stadt ist es in der Nacht immer noch furchtbar kalt. Am Morgen fahre ich bei -2 °C mit dem Rad zur Arbeit und am Nachmittag bei 13 °C und Wind nach Hause. Manchmal scheint auch die Sonne und sie wärmt auch. Aber lange draußen sitzen, das geht noch gar nicht. Auf dem Weg fahre ich immer an einem der schönsten Magnolienbäume vorbei, der hat solchen Frost bekommen, dass die Blüten schon wieder ganz hässlich aussehen. Aber auf dem Mittelstreifen blühen die Narzissen und machen gute Laune. Auch heute bin ich wieder bei miesem Wetter zur Arbeit gefahren. Ich weiß noch nicht, was ich am Abend machen werde, aber vielleicht komme ich endlich mal wieder zum Lesen. Ist es bei euch auch so kalt? Oder ist schon richtig Draußensitzenwetter?

Suche nicht andere, sondern dich selbst zu übertreffen.

(Marcus Tullius Cicero)

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8 Kommentare

  1. Ursula

    Ich finde das nicht schön, wenn man AZUBIS so vera….. das kann bei einigen die kein so starkes Selbstbewustsein schon die Lust auf die Ausbildung vermiesen. Man sollte die jungen Leute schon ernst nehmen. Diese alte Zöpfe gehören weg. Und dann lacht man noch aus. Ist streng genommen für mich schon Mobbing.

    Hier nach gestrigem Regentag wieder Sonne und Früling.
    Schönes Wochenende.
    Ursula

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    • Andrea Karminrot

      Tut mir leid, wenn das so rüber gekommen ist, aber wir haben ihn nicht ausgelacht! Wir haben zusammen mit ihm gelacht! Er arbeitet auf einer Kardiologie und sollte sich mit dem Herzen beschäftigen. Da gibt es immer wieder Extrasystolen. Natürlich würde man einen solchen Spaß nicht mit einem labilen und/oder unsicheren Menschen machen. Die Azubis machen übrigens auch mit uns Blödsinn und haben ihren Spaß an der Arbeit und an uns.

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  2. Ulrike

    Hallo Andrea,
    ich habe mich bei deiner Schilderung auch amüsiert, ich denke der Azubi hat nach der Auflösung auch geschmunzelt oder gelacht. Für mich fällt die erfolglose Suche nach der Extrasystole definitiv unter veräppeln und solange man das nur mit Leuten macht die Spaß verstehen und die über sich selbst (oder die eigene „Dummheit“) lachen können ist das vollkommen in Ordnung (ein bißchen Spaß muss sein). Sowas funktioniert ja in der Regel auch nur einmal mit einer Person und auch nicht an jedem Tag, da müssen alle grundsätzlich gut drauf sein. Mobbing ist da m.E. ein ganz anderes Kaliber, das zielt auf die Person/Persönlichkeit ab und geht unter die Gürtellinie und das sehe ich bei der Aktion hier überhaupt nicht.
    Ein schönes Wochenende,
    Ulrike

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  3. Uschi

    Neue Lehrlinge etwas holen schicken, was es gar nicht gibt, das kannten wir auch. Oder man schickt sie zu Kollegen, deren Name verniedlicht oder vergackeiert wurde. So musste ein Azubi bei uns den Kollegen „Hoppel“ suchen, dieser hasste diesen Kosenamen und schrie den Neuling an mit „Frechheit ich heiße XXX“ (Datenschutz).

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  4. Regula

    Als Kinder war die Suche nach dem „goldenen Nüüteli“ erfolglos (das goldene kleine Nichts). Handwerkslernende werden nach wie vor auf die Suche nach hinexistenten Werkzeugen geschickt.

    Schönes Wochenende!

    Regula

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  5. Anna

    Ich fand, finde und werde es nach meinen 45 Jahren in Pflege und Ausbildung weiterhin nicht richtig finden, Auszubildende so zu ver*schen, und falls es ein Aprilscherz wäre, dann wäre er nach wenigen Minuten aufzulösen und nicht nach mehreren Stationen. Ich hab mich über das Reel übrigens auch SEHR geärgert. Schönes WE, Anna

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  6. Birgit

    Liebe Andrea,
    mit dem „veräppeln“ erlebe ich eine ungute Entwicklung. Immer fällt gleich das Wort „mobbing“. Das macht mich manchmal traurig, wir verlernen es zunehmend uns selbst „leicht“ zu nehmen und über uns selbst lachen zu können.
    Das hat wohl was mit der zunehmenden Individualisierung zu tun? Schade, mir ging diese Beobachtung neulich am 1. April so: die KInder in der Schule wussten gar nicht mehr, was ein Aprilscherz ist. Sie hatten nur Streiche im Kopf, die eigentlich in meinem Empfinden nichts mehr mit „Scherz“ zu tun haben. Vielleicht sollte ich mich immer einmal wieder fragen: kann ich über mich selbst lachen? und dann können es sich die jungen Leute abgucken:)
    Hab ein fröhliches Wochenende- auch im Dienst! Birgit

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  7. Carmen

    Hallo Andrea, sollte das ein Aprilscherz sein mit dem Azubi…gut gelungen…hast Du Mal was von Hybrid Whiskys gehört?
    Ja es ist immer noch kalt…will endlich meinen Sommerpullover tragen…Ostern fand ich endlich „Witty’s Stories“ am Perelsplatz.

    Viele Grüße
    Carmen 😉🧶🐑

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