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Charlottenburg {12tel AprilBlick}

Der AprilBlick

Schau mal, der Frühling ist eingezogen! Mit herrlichen Farben, hat mich der AprilBlick in den Schlosshinterhof überrascht.

Auch auf der Schlossstraße ist alles ganz grün und lädt zum Spazieren ein. Die Jogger nutzen den freien Raum zum Sporteln. Der AprilBlick über die Schlossstraße gefällt mir in diesem Monat besonders.

Schade, dass wieder kein Schiffchen auf dem Wasser zu sehen war. Vielleicht beim nächsten Blick.

Meinen Blick verlinke ich wieder bei Eva und ihrem Blog Verfuchst und Zugenäht

Die Deutsche Oper {ein bisschen Geschichte 📖}

Um 1900 sollten die Charlottenburger, in ihrer reichsten Großstadt Preußens, natürlich auch mit Kultur bespaßt werden. Was liegt da näher, als ein Opernhaus für Jedermann zu bauen. Die Bürger der Stadt Charlottenburg wollten eine “eigene Oper” haben und drangen auf den Bau einer “Bürgeroper”. Schnell (innerhalb von 2 Jahren) wurde die Oper eröffnet. Am 7. November 1912 konnten 2300 Bürger Fidelio von Beethoven von allen Plätzen in der Oper sehr gut sehen. Denn es wurde auf Standesunterschiede, durch besondere Logen in dem Deutschen Opernhaus, wie es Anfangs hieß, verzichtet.

Die Charlottenburger hatten allerdings nicht lange ihr eigenes Opernhaus, denn schon 1920 wurde Charlottenburg eingemeindet und gehörte dann zu Berlin. In dem großen Berlin gab es die Hofoper unter den Linden, und so bekam das Deutsche Opernhaus einen neuen Namen “Städtische Oper”. Durch die Wirtschaftskrise und Revolution verlor das Charlottenburger Opernhaus an Publikum, obwohl die Bürger das Haus sehr schätzten. 1925 übernahm dann die Stadt Berlin den Betrieb des Opernhauses, was aus den finanziellen Schwierigkeiten half. Das Haus sollte eine representative Spielstätte für Musiktheater werden.

Die Idee ging auf und es wurden skandalträchtige Stücke aufgeführt. Ernst Kreneks Jonny spielt auf oder Kurt Weills Einakter Der Protagonist und Der Zar lässt sich photografieren, zeigten, dass sich das Haus sehr wohl etabliert hatte. Aber nicht lange, und die goldenen Zwanziger gingen zu Ende, die Nazi’s tauchten auf und damit  wurde auch das Spielen von so “Neutönern” unterbunden. Deutsches wurde aufgeführt und natürlich bekam der Führer eine Loge und das Haus wurde wieder Deutsches Opernhaus genannt. Während des Krieges wurde, trotz erheblicher Schäden, fleißig weiter gespielt. Aber am 23. November 1943 trafen Brandbomben das Haus und zerstörten es fast vollständig.

Alles neu

Nach dem Krieg hatten Alliierten ein Interesse am kulturellen Wiederaufbau der Stadt. Die Deutsche Oper sollte wieder aufgebaut werden. 1961, sechs Wochen, nachdem die DDR eine Mauer errichten ließ, eröffnete die Deutsche Oper Berlin (noch ein neuer Name) wieder ihre Pforten. Im Stil der 50er gebaut völlig schmucklos, mit riesigen Waschbetonplatten als Fassade und ohne Fenster zur Straße, waren die Berliner nicht besonders angetan von dem Äußeren ihrer Oper. Aber innen machte sie schon einiges her. Außerdem lockte die eingeschlossene Stadt interessante Künstler und Prominente an. Vor der Deutschen Oper steht eine  20 m hohe Stahlskulptur von Hans Uhlmann (1961) – “Schaschlikspieß” von den Berlinern genannt.

Der besondere Auftritt

1967 bekam die Deutsche Oper noch einen besonderen Auftritt. Am 2. Juni wurde der Schah von Persien in der Oper erwartet. 2000 Demonstranten standen schon auf der Bismarckstraße bereit, um gegen die damaligen Zustände im Iran zu protestieren. Die Berliner Polizei ging damals außerordentlich brutal vor und prügelte auf die Demonstranten ein. Sie verfolgten die Demonstranten und versuchten die Rädelsführer zu erwischen (intern nannte man das Fuchsjagd!) Benno Ohnesorg wurde bei dieser Jagd in einem Hinterhof wehrlos erschossen. Lange Jahre blieb der schießende Polizist K.H. Kurras straffrei. Die Erschießung wurde von verschiedenen Leuten vertuscht. Eine Gedenktafel wurde erst 1990! vor der Deutschen Oper aufgestellt. 2008! wurde eine Informationstafel vor dem Haus in der Krummestraße 66, auf dessem Hinterhof der tödliche Schuss abgegeben wurde, aufgestellt. Leider ist diese Tafel  heute ohne Pflege und in schlechtem Zustand.

Offenbar ein Ort, an dem Geschichte und Wirklichkeit nicht passen (dürfen).

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Frühling am Schloss {12tel Blick März 19}

Frühling am Schloss

So richtig Frühling war noch nicht, als ich die Bilder gemacht habe. Es regnete den ganzen Tag und es wollte einfach nicht heller werden. Als ich  an dem Kraftwerk Charlottenburg vorbei geradelt bin, rissen die Wolken endlich auf. Das war ein Zeichen! Ich soll euch etwas über dieses Kraftwerk erzählen:

Das Kraftwerk Charlottenburg

Dieses Bild stammt von der Vattenfallseite

Das Kraftwerk steht nicht weit vom Schloss Charlottenburg weg. Direkt an der Spree, wird es heute von einem schwedischen Energieversorger betrieben. Auch als es damals geplant wurde, ist es an einen privaten Betreiber verpachtet worden. 1900 wurde es gebaut, damit genügend Strom für 25.000 Glühlampen und die Elektrische Tram vorhanden ist. Charlottenburg war damals, neben Berlin, eine aufstrebende Stadt. Georg Klingenbergl wurde mit dem Bau beauftragt. Die “Märkische Backsteingotik” präsentierte ein Selbstbewusstsein, das man auch an dem Neuen Rathaus bewundern konnte. Anfangs versorgten vier Wasserröhrenkesseln und vier Tandem-Dampfmaschinen, von denen zwei für die Erzeugung von 3.000 Volt Drehstrom, die kleine Stadt.

Doch die Menschen brauchten wesentlich mehr Strom! 1904 waren 131.000 Glühlampen angeschlossen. Dazu wurde das Werk mit einer neuen Hochspannungs-Drehstrommaschine, die 1.200 bis 1.400 Kilowatt produzierte, erweitert. Damals wurde der Strom noch mit Kohle produziert, die über die Spree angeliefert und mit einem Kran und einer Schwebebahn zum Lagerplatz geschafft wurde. 1912 versorgte das Kraftwerk das Charlottenburger Rathaus, als erstes seiner Art, mit Fernwärme und heißem Wasser.

Warmes Wasser

Das schien zu gefallen, dass die Wärme und heißes Wasser ins Haus geliefert wurde. 1926 wurde die Deutsche Oper, das Schillertheater und das Schwimmbad in der Krumme Straße ebenfalls mit Wärme und Warmwasser versorgt. Ca. 70 weitere Gebäude konnten sich über diese Modernität freuen. Das Kraftwerk hatte 1926 den größten Kamin (125m) in ganz Europa. Bis 2006 stand der lange Schlot und überragte den Turm des Rathauses. Eine Landmarke die weithin sichtbar war.

Das Kraftwerk steht heute still und unter Denkmalschutz. Teile sind im zweiten Weltkrieg zerstört, und nach dem Krieg neu aufgebaut und modernisiert worden. Schon lange lief das Werk nicht mehr mit Kohle. Gasturbinen haben die Stromversorgung übernommen. Einige Teile der Anlage werden heute von verschiedenen Unternehmen genutzt.

Spreeblick

Wenn du dich in ein Bötchen setzt und dich auf der Spree einmal umdrehst, etwa 8 Minuten paddelst, dann triffst du auf das Kraftwerk. Du könntest allerdings auch zu Fuß, auf dem schönen Uferweg entlang spazieren. Am Kraftwerk geht eine Brücke über den Fluss. Die Siemensbrücke. Eine Fußgängerbrücke die gleichzeitig die Starkstomkabel über das Wasser geleitet hat. Du kannst sie nicht übersehen.

Aber lass uns erst zum Schloss hinüber schauen Die Wege sind schon gefegt und die Bäume und Sträucher in den Startlöchern. Würde ich heute meine Bilder machen, dann wäre es schon grüner. Jetzt lassen wir das Schloss mal etwas hinter uns und gehen die Schlossstraße hinunter. Die Allee wird schon mehr genutzt. Die Hundebesitzer und Kinderwagenschieber sind aktiver und das bisschen Sonnenstrahlen, hat alle hervorgelockt.

Ich bin schon auf den April gespannt. Dann wird alles wesentlich mehr Grün aufweisen. Und wer weiß, welche Geschichte ich dir dann erzählen werde. Ich bin selber sehr gespannt. Mit Verspätung verlinke ich meinen Beitrag bei Eva, auf ihrem Blog Verfuchst und Zugenäht. Wenn dich der Februar interessiert, dann.hier entlang…

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Charlottenburger Schlossblick No.2

Schlossblick No.2 {12tel Blick Februar}

Es ist wieder soweit. Der Schlossblick und der 12tel Blick. Das Schloss zeigt sich am Abend in einem goldigen Glanz und die Menschen sind richtig froh, dass es immer wieder schöne Tage gibt. Es ist so warm, dass man versucht ist, ohne Jacke zu gehen. Die Allee ist gut besucht, obwohl es schon langsam dunkel wird.

Sommerfrische

Charlottenburg war im ausgehenden 1800 Jahrhundert ein beliebtes Ausflugsziel der Berliner. Sie fuhren mit “Torwagen” vom Brandenburger Tor in die Residenzstadt. Manche Ausflügler nahmen auch das Schiff, mit dem sie über die Spree nach Charlottenburg schipperten. Schon 1770 hat der erste Gasthof in der heutigen Otto-Suhr-Allee eröffnet. Reichlich Gasthöfe und Biergärten folgten. Die Berliner strömten in Massen in die nahe gelegene Stadt.
1825 gab es dann Planwagen, Kremser, die die Berliner in die Biergärten brachten. 1865 rumpelte die erste Pferdebahn nach Charlottenburg. Die Berliner brauchten die frische Luft und erfreuten sich an der ländlichen Umgebung. Vielleicht war es aber auch das gute Bier, das man hier draußen bekam oder die Vergnügungen.

1875 eröffnete die “Flora”, nicht weit weg von dem Charlottenburger Schloss. Die Flora war eine Vergnügungsstätte. Damals der größte Festsaal Deutschlands (45 m × 23 m, 23 m hoch). An den riesigen Festsaal schloss sich ein Palmenhaus an, das auch stattliche Ausmaße hatte. In dem Festsaal gab es eine Bühne auf der Opern aufgeführt wurden. Hochradrennen und Fesselballonaufstiege trugen zur Belustigung der Besucher bei. !903 wurde die Automobilausstellung in der Flora eröffnet.
Doch wie so oft in Berlin, war die Flora ein Pleiteunternehmen. 1904 wurde sie abgerissen und es wurde ein Wohnviertel darauf errichtet.

Von der Flora, der Pferdebahn oder den Biergärten ist heute nichts mehr zu sehen. Aber der Erholungsdrang der Berlin ist geblieben. Sobald die Sonne nur ansatzweise etwas wärmt, stehen Tische und Stühle auf den Straßen und die Frischluftfanatiker, schlürfen ihren Kaffee draußen. Sie strecken ihre Nasen in die Sonne und lassen es sich gut gehen.

Mehr 12tel Blicke gibt es wieder bei Eva Fuchs. Ich mache nun schon so lange mit, das ich schon eine ganze Sammlung habe. Hier vom letzten Jahr

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Charlottenburger Schlossblick {12tel Blick Januar 2019}

Das Charlottenburger Schloss im Januar

Es ist gar nicht so leicht, einen geeigneten Blick für den 12tel Blick zu finden. Es gingen mir verschiedene Baustellen durch den Kopf. (Und davon hat Berlin wirklich eine Menge) Aber bis die fertig sind, da könnte ich bestimmt ein Jahrhundertprojekt daraus machen. Ein Jahr lang, immer von der gleichen Stelle aus zu fotografieren,  muss reichen. Ich will dir aber auch etwas bieten, indem ich ein wenig über meinen Blick zu erzählen habe. Das hatte mir im letzten Jahr Spaß gemacht und fand ich auch für mich spannend. Diesmal habe ich mich für das Charlottenburger Schloss entschieden.

Ich habe ihn von weiter weg, auf das Schloss gerichtet, den Blick meine ich. Diese Straße, heißt tatsächlich Schloßstraße. Auf der Promenade wird hoffentlich noch einiges passieren. Jetzt, ende Januar, waren nur einige Spaziergänger unterwegs.

Einen weiteren Blick richte ich hinter das Schloss. In den Park hinein. Da könnte auch noch so einiges zu sehen sein. Hier sind immer viele Spaziergänger unterwegs und ein wenig Grün, (im Moment eher weniger) wird man auch zu sehen bekommen.

Und weil ich nicht genug bekommen konnte, noch einen Blick auf die Spree, die genau hinter dem Schloss vorbei fließt. Bei dem schönen kalten Wetter, spiegeln sich die Bäume so herrlich im Wasser.

Charlottenburg

1695 erhielt Sophie Charlotte von ihrem Mann, dem Kurfürsten Friedrich den III. von Brandenburg, den Ort Lietzow geschenkt, im Austausch für ihre Ländereien Caputh und Langerwisch. Sie ließ in Lietzow das Sommerschloss Lützenburg bauen. Friedrich wurde 1701 zum König Friedrich und seine Frau zur Königin und das Schloss Lützenburg wurde bis 1740 aus- und umgebaut. Ein respektables Schloss entstand. Sophie hatte davon allerdings nicht mehr sehr viel, denn sie starb 1705 und Friedrich gab der Stadt gegenüber dem Schloss, und dem Schloss selber, den Namen Charlottenburg. Friedrich erweiterte Charlottenburg noch durch Lietzow und machte aus Charlottenburg eine kleine Residenzstadt. Der nächste König Friedrich Wilhelm der Erste (der Soldatenkönig) fand keine Freude an Charlottenburg und versuchte sogar der kleinen Stadt das Stadtrecht abzusprechen, was ihm allerdings nicht gelang.

Erst die nachfolgenden Könige fanden wieder Freude an dem schönen Schloss. Sie hielten dort Feste ab und erkoren es auch zu ihren Lieblingswohnsitz. Friedrich-Wilhelm der III ging regelmäßig in die Stadt Charlottenburg, um mit der Bevölkerung zu sprechen.
An manchen Ecken, kann man sogar noch sehen, wie es mal ausgesehen haben mag. Ich werde dir diese Plätze zum 12tel Blick zeigen und bestimmt noch einiges über Charlottenburg erzählen. Ich habe ja noch 11 Monate Zeit, um manches zusammen zu tragen.

Mach mit beim 12tel Blick bei Eva Fuchs auf ihrem Blog Verfuchst und zugenäht

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