Taktvoll will man seinem Gegenüber etwas sagen. Taktvoll zieht man sich in seine eigene Schale zurück. Oder nicht taktvoll trampelt man einfach darüber und denkt sich nicht Mal etwas dabei.

Taktvoll durchs Leben
Tja, ich bin wohl nicht immer taktvoll! In irgendeinem Horoskop in dieser Woche habe ich dazu gelesen, dass mein Sternzeichen sein Herz auf der Zunge trägt. (Übrigens habe ich nur ein einziges Horoskop gelesen und bekam ohne Ende weitere Horoskope dargebotenen. Das ist schon etwas „magisch“.) Ich trage mein Herz auf der Zunge und nicht immer schaffe ich es, meine Klappe zu schließen, bevor es herauspurzelt. Da hab ich ein bisschen was von Sven Strickers Kriminalkommissar Sörensen. Die Worte sind noch nicht mal geformt, da blubbern die schon heraus. Mehr als einmal bin ich damit angeeckt. Mehr als einmal habe ich einer Freundin damit weh getan. Ich kann es einfach nicht aufhalten. Das ist bestimmt nicht taktvoll.
Immer wieder staune ich, wie sehr Menschen den Respekt einfordern, aber dann wenig taktvoll sind. Sie bleiben einfach im Sessel sitzen, während ein Mitpatient dringend auf die Toilette muss, gewaschen wird, oder der Arzt ein wichtiges Gespräch führen möchte. Aber auch sonst wirken die Mitmenschen nicht besonders taktvoll oder zuvorkommend.

Meine Woche
Ich musste ein wichtiges Geschenk besorgen, habe nun aber das Problem, wie ich das meinem Schenkling zukommen lassen kann. Aber gestern habe ich die Möglichkeit gefunden und freue mich schon jetzt über das voraussichtliche überraschtes Gesicht. Am nächsten Tag habe ich mich mit einer meiner liebsten Freundinnen getroffen. Wir waren im Wollladen. Sie hat sich Wolle für einen schicken Pullover gekauft. Mich hat es auch in den Fingern gekribbelt, konnte mich aber zurückhalten. Danach haben wir uns einen super leckeren Kuchen gegönnt. Und weil ich die vielen Kalorien wieder loshaben wollte und etwas beweglicher werden möchte, war ich noch beim Pilates. Am nächsten Tag, am Abend kam der Kater, der Muskelkater. Autsch,
Zwischendurch musste ich auch noch arbeiten. Irgendwie läuft es da nicht gerade gut, viel zu viele Patienten die einfach nur ein Versorgungsproblem haben. Schwieriges Klientel, arbeitsaufwändig und verlorene Zeit, weil sie es eigentlich gar nicht haben wollen. Und dann war da gestern Abend noch ein zauberhaftes Treffen mit vielen lieben Menschen. Jeder hat etwas zu Essen mitgebracht und wir haben viele nette Gespräche geführt. Nur der Heimweg war sehr lang.
Taktvoll ziehe ich mich jetzt wieder zurück, mache mein Abendbrot fertig, weil ich nachher noch Arbeiten muss. Wie taktvoll bist du?
Auf seine eigene Art zu denken ist nicht selbstsüchtig. Wer nicht auf seine eigene Art denkt, denkt überhaupt nicht.
Was du nicht willst das man dir antut, das tu auch keinem anderen an, so mahnte mein Vater immer.
Oder, such den Fehler zuerst bei dir, bevor du andere beschimpfst. Damals funktionierte diese Lebensphilosophie ganz gut. Heute ist das anders, heute liegt der Focus auf anderen Dinge. Für so
unwichtige Kleinigkeiten wie Höflichkeit, Respekt oder gar Taktgefühl, bleibt in dieser hektischen Welt nicht viel Zeit. Auch mir purzeln manchmal unüberlegte Wörter heraus, meist tut es mir kaum ausgesprochen auch schon leid und ich muß mich entschuldigen.
Hab ein schönes Wochenende, liebe Grüße
Gaby
Ich könnte taktvoller sein!
Andererseits, nach vielen Jahren Rücksichtnahme auf die Belange anderer, lasse ich das Rausblubbern wieder zu, statt es zu unterdrücken, runterzuschlucken.
Beim geschriebenen Wort lasse ich dagegen vieles weg. Da ist mehr Zeit zum Nachdenken und mir der Selbstschutz wichtig/er.
Rücksichtsvolles Benehmen und freundliches Auftreten finde ich im Alltagsgeschehen wichtig. Die Freude meines Gegenübers, als ich spontan den hübschen Schal erwähnte, den sie trug, hat auch meinen Tag aufgehellt.
Liebe Grüße
Karin
Guten Morgen,
ich glaube, mir fehlt es oftmals auch an Taktgefühl, ich spreche auch oft schneller als ich denke und formuliere dadurch nicht so gut, wie ich eigentlich fühle. Darin liegt mein Problem oder ich sage gar nichts, weil ich es selbst unpassend empfinde. Dann ärgere ich mich aber, nichts gesagt zu haben – ein Teufelskreis, aus dem ich wohl nicht mehr heraus komme.
Ein schönes Wochenende wünsche ich und schicke liebe Grüße,
Catrin.
Die Sätze, die ich in jungen Jahren rausgehauen habe, ohne nachzudenken, verfolgen mich bis heute. Ich versuche, die Zunge im Zaume zu halten. Was glaubst, du wie viel ich am heutigen Text im Blogpost in dieser Woche verändert habe? Mindestens einmal pro Tag… Aber manches muss einfach gesagt werden. Und ich mache auch wildfremden Leuten gerne Komplimente, wenn mir an ihnen was ins Auge sticht.
Dass deine Patienten unangenehm sein können, kann ich mir vor allem nach meinem letzten Krankenhausaufenthalt lebhaft vorstellen.
Dir alles Liebe,
Astrid
Was für ein toller Satz
Liebe Andrea,
ich bin ganz anders und denke erstmal viel zu viel (kann aber auch viel Quatsch dabei sein) und ärgere mich sehr oft, dass ich Dinge NICHT gesagt hab.
Lustig ist, dass ich diese Woche gleich zwei Gespräche genau zu diesem Thema hatte; und ein Bekannter zitierte passend zu deiner Richtung: „Wie kann ich wissen, was ich denke, bevor ich höre, was ich sage?“ 😉🙃
Hab ein schönes Wochenende!
Liebe Grüße
Nanni
Dein Post bringt mich zum Schmunzeln… ich sehe mich darin widerspiegelt.
Muntere Grüße von Heidrun 🌻