Kannst du noch ohne soziale Medien? Ich bin ja ohne diesen ganzen Bums ausgekommen, als ich erwachsen geworden bin. Alles war ein bisschen gechillter und man war eigentlich auch um einiges weniger gestresst. Im Moment geht es ja gerade in der Politik um, ob man die Kinder von den sozialen Medien fernhalten sollte. In unserem Radiosender gab es gestern einen halben Tag zu diesem Thema und viele Radiohörer gaben ihren Senf dazu.

Wie viel soziale Medien sind gut
Ich finde es sehr schwierig zu sagen, was unseren Kindern guttut oder was nicht. Wir sind nicht mit all dem groß geworden. Bei uns hat man noch bei den Nachbarkindern geklingelt oder man hat im Hof gestanden und laut hoch gebrüllt, ob die Anderen herunterkommen. Es gab auch schon bei uns Mobbing, nur hieß es irgendwie anders. (Kann mich aber nicht erinnern). Und wer unbedingt nackte Haut sehen wollte, musst sich verbotenen Zeitungen besorgen. Die moderne Entwicklung gefällt mir natürlich auch nicht. Aber kann man das eigentlich verhindern? Wenn wir unseren Kindern den Zugang zu sozialen Medien verwehren wollen, dann werden sie einen Weg finden, sich doch den ganzen Mist hineinzuziehen. Und wenn sie einen auf dem Kieker haben, dann werden sie den eben ärgern. Aber wer sicherlich einen besonderen Einfluss haben könnte, wären die Eltern. Sie leben den Kindern oft etwas vor, ohne es zu merken. Während die Eltern mit ihrer Familie am Esstisch sitzen, daddeln sie selber auf ihrem Smartphone herum. Es reicht ja schon, dass das Handy auf dem Tisch liegt. Wie sollen die Kinder es anders machen wollen.
Wie soll es gehen?
Und dann die Eltern, die ihren Kindern ein Tablet in die Hand geben, um dass die Erwachsenen ihre Ruhe haben. Wie kann man so einen vernünftigen Umgang mit den sozialen Medien und dem Internet überhaupt lernen? Keiner weiß mehr, ob die Bilder, Texte oder Videos nicht von einer KI gebastelt worden sind. Auch wenn es eine Pflicht der Deklarierung gibt.
Wenn du jetzt glaubst, ich könnte dir ein Rezept in die Hand geben, dann hast du dich getäuscht. Ich bin, wie gesagt, der Meinung, dass die Erwachsenen den Kindern etwas vorleben. Ich selber habe mal geschaut, wie oft ich das Handy in die Hand nehme um zu schauen, ob ich wichtig bin, man kann auch die Bildschirmzeit feststellen. Auch ich bin ein schlechtes Vorbild. Und dann schau dich mal auf einer normalen Fußgängerzone um. Jeder zweite Fußgänger hat sein mobiles Telefon vor der Nase, am Ohr oder dem Gesicht. Oder fahre mal mit den Öffis. Kaum noch einer liest ein Buch oder schaut einfach nur aus dem Fenster. Die komplette Gesellschaft müsste sich verändern. So bleibt wohl nur, den Kindern einen ordentlichen, sensiblen Umgang damit beizubringen. Aber Verbote, werden das Problem nicht lösen. Wie siehst du das? Hast du das Patentrezept?

Letztes Wochenende
Das letzte Wochenende war einfach nur toll. Ich habe die 2 Tage so sehr genossen. Die Frauen, mit denen ich unterwegs war, waren alle so angenehm. Wenn man mal daran denken möchte, dass wir uns eigentlich nur von einzelnen Treffen kennen, lief alles so harmonisch ab. Witzig fand ich, dass wir an dem einen Abend zusammengesessen haben und uns Geschichten aus unserem Leben erzählt haben. Wer seid ihr eigentlich? Da wurden Geschichten erzählt … Und dann schneite es auch noch einmal ordentlich. Ein kurzzeitiges Winterwunderland. Da konnten wir doch wunderbar zusammensitzen und stricken.
Und dann musste ich auch noch arbeiten. Aber weil mich die letzten Tage/Wochen vollkommen ausgemergelt haben, hat mich jetzt ein Virus auf mein Sofa geschickt. Ich bin krank, habe einen ordentlichen Schnupfen. Husten, Rotz und Kälte in den Gliedern zwingen mich zur Ruhe. Na, dann mache ich jetzt eben mal halblang und stricke.
Fernsehen ist fabelhaft. Man bekommt nicht nur Kopfschmerzen davon, sondern erfährt auch gleich in der Werbung, welche Tabletten dagegen helfen.
Liebe Andrea,
zuerst einmal gute Besserung für dich. Ich hoffe, du kommst schnell wieder auf die Beine. Wobei auch das schon wieder ein Begriff aus der heutigen schnellen Zeit ist der uns wieder krank macht. Man sollte sich doch in Ruhe auskurieren…
Du hast ein sehr interessantes aber auch schweres Thema aufgegriffen. Ein Verbot ist immer auch ein Anreiz, es extra zu tun. Ich wüsste gerne, wie sich das Verhalten den Ländern, die bereits Verbote aufgestellt haben, verändert hat. Wie die Menschen dort damit umgehen. Aber dafür ist es wohl noch viel zu früh.
Ich denke, ein Patentrezept für den Umgang mit Social Media gibt es nicht, genau so wenig wie für die Kindererziehung. Dafür sind wir alle viel zu verschieden. Ich sehe das so (uns so nehme ich das auch aus meinem Umfeld wahr): man lebt es seinen Kindern vor! Die Kinder werden sich immer an den Eltern orientieren, es ist an uns ein gutes Vorbild zu sein. Meiner Meinung nach ist Social Media für die heutigen Kinder das, was für die Generation davor das Fernsehen war: auch damit musste man lernen vernünftig umzugehen. Von daher denke ich, besser als ein Verbot ist eine Anleitung, wie man vernünftig damit umgeht. Mein Standpunkt war schon immer: Fernsehen macht dumme Menschen dümmer und schlaue Menschen schlauer – und das passt auch auf den Umgang mit dem Internet, den Umgang mit Social Media. Was schaue ich, wie lange und warum. Mein Statement: für die Erziehung der Kinder sind in erster Linie die Eltern zuständig, nicht die Lehrer, nicht der Staat. Aber: das können nicht alle und das wollen auch nicht alle Eltern. Leider.
Liebe Grüße Carolyn
Ja, jeder kehre erstenmal vor seiner eigenen Tür. Und dann sollte man genau wie bei allen anderen Dingen lernen damit umzugehen, Werte vermitteln, genau wie es hoffentlich schon mit uns passiert ist, als das Fernsehen omnipräsent aufkam. Es wird immer wieder solche Herausforderungen geben und die Omnipräsenz der Medien und jetztauch noch KI wird ins immer mehr vor solche stellen.
Dir ganz liebe gute Besserungswünsche. Du bist hoffentlich bald wieder auf dem Damm. Hier schleicht sich die Erkältung auch gerade rein.
Liebe Grüße und gute Erholung
Nina
Verbot von sozialen Medien, ein heiß diskutiertes Thema, liebe Andrea. Was Verbote bei
Jugendlichen und Heranwachsenden bewirken wissen wir alle. Handy und Internet gehören
heute einfach zum Alltag. Ich sehe selten einen Erwachsenen der auf der Straße nicht sein Handy
in der Hand hält, wie sollen Kinder es da anders machen. . Aber ob die Politik den Umgang per Gesetz regeln muß ???
Ich finde das sollten die Erziehungsberechtigten in die Hand nehmen.
Kommt ja schon darauf an, ab welchem Alter man den Kindern ein SmartPhone in die Hände gibt. Ich sehe Familien, die offensichtlich kein Problem haben, diesen Schritt in der Sekundarschule zu erlauben und Regeln aufzustellen, was Inhalt und Dauer des Gebrauchs betrifft. Und ja, dann quengeln die Kinder halt, wenn es ihnen langweilig ist. Muss man aushalten.
Seine Ruhe haben zu wollen und den Kindern deshalb ein Smartphone oder Tablet in die Hände zu geben, schiess rückwärts. Im Moment mag es ja dann angenehm sein, aber der langfristige Ärger ist vorprogrammiert. Ich sehe das in der Schule.
Es gibt genügend Beispiele davon, was unkontrollierte Bildschirmzeit mit Kindergehirnen anstellt. Das Argument, dass die Kinder den Umgang mit digitalen Medien früh lernen sollen, weise ich zurück. Ich selber war über 30, als ich damit in Kontakt kam und bin immer noch in der Lage, den Jugendlichen das Eine oder andere beizubringen.
Ach ja, die Eltern hätten es einfach.Kommunizieren, dass der Lehrer gesagt hat, dass der Handykonsum eingeschränkt sein muss, kann doch nicht so schwierig sein.
Aber wie du sagst, es bedrückt mich, wenn ich Eltern in der Eisenbahn, im Restaurant, beim Spaziergang sehe mit dem Handy in der Hand, Blick aufs Display und das Kind guckt in die Wäsche. Chance verpasst!
Liebe Grüsse von Regula
Gute Besserung liebe Andrea!
Vorbilder und schlechte Vorbilder, ich fasse mich an meine eigene Nase. Ich weiß, ich habe zu oft das Handy in der Hand und bin mir bewusst, damit stehle ich anderen schönen und mir eigentlich wertvollen Dingen die Zeit. Ich versuche jetzt mal in der Fastenzeit einen Tag in der Woche zu verzichten auf etwas Social Media…, mich begrenzen und ja, ein Esstisch sollte Handyfrei sein… Danke für Deine Gedankenanstöße! Und dann bleibt vielleicht mehr Zeit für ein gutes Buch:)
Beim lesen der Sätze zu Deiner Kindheit hatte ich mal kurz den Impuls: erzähl mehr davon. Auch ich bin ohne Handy groß geworden, aber eben auf dem Dorf- ganz andere Geschichten. Sollten wir uns mehr „Geschichten erzählen“ ? Auch dafür gibst Du einen Gedankenanstoß, danke. Heute nennt man das „story telling“ Egal wie man es nennt, es gibt mir gute Gefühle.
Herzliche Grüße, Birgit
Liebe Andrea, ich bin auch recht gespalten, ob ein Handyverbot (bzw. den Zugang zu sozialen Medien)für Jugendliche unter einer gewissen Altersgrenze wirklich den gewünschten Effekt bringt. Was ich aber befürworte ist, es in den Schulen zu verbieten. Aber wie dass alles durchführbar sein kann,… da bin ich überfragt.
Du hast vollkommen recht, Erwachsene MÜSSEN Vorbilder sein, anders geht es nicht.
Auch ich verbringe viel Zeit am IPad oder Handy, möchte es natürlich auch nicht missen, aber ärgere mich selber oft über mich, was für ein Zeitschlucker Instagram ist (und da ei schaue ich nur dort und nicht noch auf diversen anderen Kanälen)
Aber auch Insta ist Fluch und Segen, habe ich doch z.B. auch schon viele tolle Reisetipps darüber entdeckt, oder erfahren, was in meiner Stad5 aktuell los ist.
Ich fahre nicht oft im ÖPNV, vielleicht deswegen versuche ich das Handy in der Tasche zu lassen, nehme mir lieber ein kleines Strickprojekt mit und beobachte Leute.
Ich freu mich, dass dein letztes Wochenende so toll war und wünsche dir jetzt gute Besserung an diesem.
LG, Monika (aka Lilamalerie)
Du sagst es: Vorbilder sind wir nicht. Grade zwangsweise zum Fasten verurteilt, da das Notebook zur Reparatur musste, erfahre ich, wie viel von meiner Zeit da in Anspruch genommen wird. Gestern habe ich neben dem Alltagsgeschäft fast drei Schlafanzüge für die Jüngste genäht bekommen.
Einander Lebensgeschichten zu erzählen – das ist auch eine Alternative.
Alles Liebe!
Astrid