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Echt jetzt? {Samstagsplausch 35.25}

30.08.2025 | Samstagsplausch

Echt jetzt? Was war denn das bloß für eine Woche? Mein Urlaub ist jetzt endgültig vorbei und bei uns auf der Station brennt die Luft. Einige Kolleginnen sind krank und eben auch im wohlverdienten Urlaub. Da müssen Dienste aufgefüllt werden oder es wird mit zu wenig Personal gearbeitet.

Echt jetzt?

Aber es gibt auch spannende Momente. Am Donnerstag ist uns der Frühdienst gefühlt um die Ohren geflogen. Während die Hygieneschwester ihren Kontrollgang über die Station gemacht hat, habe ich 10 Patienten zur Betreuung gehabt. Zehn sind jetzt nicht so schlimm, ein Teil von denen sind ja auch mobil und selbstständig. Es sind die pflegebedürftigen, die „aufhalten“, die meine volle Aufmerksamkeit brauchen. Die gedreht werden müssen, damit sie nicht wund werden. Es sind die, die ihr Essen nicht alleine in sich hineinschaufeln können. Menschen, denen es nicht gut geht, deren Laborwerte Kapriolen schießen und die, deren Nieren oder Herzen plötzlich nicht mehr so machen wollen, wie sie sollen. Ich hatte jedenfalls wirklich reichlich zu tun und dann schallte es über den Flur, dass die Ausleihkollegin dringend Hilfe brauchen würde. Sie verlangte nach einer Hilfe für einen Patienten zur Nahrungsaufnahme. Echt jetzt? Sie hatte genau fünf Patienten.

Ich konnte meine nicht alleine lassen und so habe ich den Kollegen gebeten, der gerade für unsere Auszubildenden zuständig war. Er hat natürlich gerne geholfen. Kurz darauf kam die Kollegin zu mir und pfiff mich an, … Sie hätte meine Hilfe erwartet! Sie fragt ja nicht umsonst, sie hätte so viel zu tun gehabt. Ich zehn, sie fünf … Finde den Fehler.

Und dann noch das

Und dann kam noch die Mitteilung, dass wenn der Dienst vorbei sei, wir noch bleiben müssten, da wir noch eine Informationsveranstaltung haben. Das sollte dann aber doch recht interessant sein. Wir werden nämlich im Oktober eine Schulstation sein. Wir werden von den „Schülern“ gekapert, die demnächst ihre Prüfung haben werden. Sie werden eine Woche eingearbeitet und dann ziehen wir uns Stück für Stück zurück. Die Auszubildenden werden dann (natürlich unter unserer Beobachtung) den normalen Betrieb weiterführen. Ich bin mal gespannt, ob ich mich überhaupt in den Schatten zurückziehen kann.

Und dann hat mich der Regen auf dem Heimweg erwischt. Ich hatte keine Lust, mein Regencape herauszusuchen und so war ich zu Hause klatschnass. Den Tag hätte ich gerne aus dem Kalender gestrichen!

Wochenende

Das Parkfest im Gleisdreieckpark startet heute. Da gibt es allerlei gute Musik und Events. Außerdem startet heute der Zug der Liebe. Wenn ich nach der Arbeit dort vorbeifahre, dann habe ich bestimmt noch was zu gucken und zu hören. Dieses Wochenende darf ich nämlich auch noch arbeiten. Was wirst du an diesem Wochenende machen? Noch ist der Sommer ja nicht wirklich vorbei, auch wenn er gerade mal wieder Pause macht. War deine Woche schön oder hattest du auch so einen merkwürdigen Tag?

Eines Tages wird alles gut sein, das ist unsere Hoffnung. Heute ist alles in Ordnung, das ist unsere Illusion.

(Voltaire)

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9 Kommentare

  1. Inge Pinnekamp

    Ich hatte heute einen wunderschönen Vormittag im Kino. Genauer gesagt war es heute ein Strickkino mir ca 80 Strickerinnen und einem ganz gesondert berührende Film:
    1 Millionen Minuten

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  2. Martina Mallon

    Andrea, wow, zehn Patienten am Frühdienst? 😳 Respekt! Und dann noch länger bleiben? Uff… gut, dass wenigstens Parkfest und „Zug der Liebe“ Lichtblicke waren.

    „Friesentorte + Nordsee + Buch = bester Samstag ever!“
    🍰📖🌊“

    Antworten
  3. Britta

    Liebe Andrea,
    es muss am Donnerstag gelegen haben. Der ist mir auch um die Ohren geflogen.
    Ich bin froh, dass die Woche um ist.
    Deine Wortwahl lässt ahnen wie schwierig das „Zeit nehmen für den Patienten“ ist. So ähnlich
    geht es mir mit den Kindern.
    Am Freitag war das erste Schuljahr zum ersten Mal in der Betreuung. Anstatt mich um ein weinendes Kind kümmern zu können, musste ich ein „verloren gegangenes“ suchen. Mit der Erkenntnis, die Eltern sind einfach auf den Schulhof spaziert , haben es mitgenommen und vergessen uns Betreuern Bescheid zu geben. Da fällt mir nichts mehr ein.
    Liebe Grüße,
    Britta

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  4. Rosa Henne

    Liebe Andrea,
    zu wenig Personal in der Pflege, das ist ein dauerhaftes Desaster. Es tut mir sehr leid, dass ihr eigentlich immer am Limit arbeiten müsst. Und zehn zu fünf ist wirklich ein ungleiches Verhältnis. – Aber das Projekt mit den Auszubildenden hört sich erst mal gut an, finde ich. Ich wünsche euch, dass auch ihr davon profitiert.
    Ich hatte eine gute Woche mit vielen Enkelzeiten, Nachbarkaffee, einem Besuch der Enkel bei der Kinderstadt, Familiengeburtstag, Fahrradfahren, aber auch Gartenarbeit und Sortieren bzw. „Ausmisten“.
    Jetzt wünsche ich dir einen guten Wochenenddienst und danach noch viel Spaß beim Parkfest und dem Zug der Liebe. Beide Events sind sicher einen Besuch wert.
    Liebe Grüße
    Ingrid

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  5. nina wippsteerts

    Da ich mit dem Sohn gerade erst das habe wieder live sehen dürfen, zieh ich nach wie vor vor Euch den Hut. Wir waren auch in so einem „Ausbildungskrankenhaus“. Aber bewußt gesehen habe ich niemanden „in Ausbildung“
    Hoffe, Du kannst Dich gut erholen! Und leider reflektieren nicht alle Menschen…
    Mit ganz lieben Grüßen
    Nina

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  6. Heidrun 🪂

    Oh ja, das gehört wohl zur Generation „QualityTime“?
    Keine Ahnung, wie ich da reagiert hätte! Vermutlich könnte mir das Angebot entschlüpfen zu tauschen…

    Ein erholsames, spaßiges Wochenende! …liebe Grüßle von Heidrun

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  7. Astridka

    Das hört sich ja nicht sehr kollegial an…. meine Fresse…Von so einem Konzept „Schulstation“ hab ich noch nicht gehört. Aber erscheint mir sinnvoll.
    Ich hoffe, du findest dann noch an diesem WE etwas Zeit zum Erholen!
    Alles Liebe!
    Astrid

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  8. Tina vom Dorf

    Guten Morgen liebe Andrea,
    meine Woche war nach einer kurzen Auszeit an der See geprägt von dem täglichen Einerlei. Viel zu schnell hatte mich der Alltag wieder.
    Und wenn dann noch ein Anruf kommt und mehr Unterstützung eingefordert wird, von einer Person, die immer nur nimmt und nie gibt, dann ist der Erholung schnell dahin.
    Ich wünsche dir einen ruhigen Wochenenddienst auf der Station und noch genussvolle Stunde nach deinem Dienst.
    Liebe Grüße vom Niederrhein
    Tina

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  9. Nicole Joost

    Bei meiner Freundin ist es ähnlich, liebe Andrea, auch in „unserem“ Krankenhaus fehlt es an Personal. Ich drücke ganz fest die Daumen, dass Du ganz pfiffige Azubis bekommst und sie eine Hilfe und keine Belastung sind. Liebe Grüße, Nicole

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